Historisches zu Waldkindergärten
Der Waldkindergarten ist eine Form des Kindergartens, die aus Skandinavien stammt. In einem Waldkindergarten werden Kinder im Alter zwischen drei (manches Mal schon ab zwei) und sechs Jahren in der freien Natur betreut.
Ella Flatau aus dem dänischen Sölleröd begründete in den 1950er Jahren den ersten Waldkindergarten, nachdem sie zunächst mit ihren eigenen und mit Nachbarskindern häufig in den Wald gegangen war und diese Form der Kinderbetreuung großes Interesse bei anderen Eltern hervorgerufen hatte. Interessierte Eltern schlossen sich zusammen und gründeten eine Initiative, die den ersten Waldkindergarten ins Leben rief – eine Idee, die sich im skandinavischen Raum immer weiter ausbreitete.
Der erste Wald- und Naturkindergarten in Deutschland entstand 1968 in Wiesbaden. Die Begründerin Ursula Sube organisierte diesen Waldkindergarten privat, erhielt jedoch vom zuständigen Jugendamt nie eine offizielle Genehmigung für diese Form des Kindergartens. Eventuell ist dies einer der Gründe dafür, weshalb die Waldkindergartenbewegung erst in den 1990er Jahren größeren Anklang fand. Der erste anerkannte Waldkindergarten startete 1993 in Flensburg. Derzeit werden zahlreiche neue Gruppen gegründet. Heute gibt es etwa 300, andere Zahlen sprechen von mittlerweile etwa 450 (2005) Waldkindergärten in Deutschland, 23 Waldkindergärten in Österreich und rund einem Dutzend Waldkindergärten und -krippen in der Schweiz.