Elterninitative:

Der Waldkindergarten „ Die Walpiraten e.V.“ ist eine Elterninitiative. Die Bereitschaft der Eltern ist Teil des Projektes. So ist es z.B. gedacht, dass ein Elternteil bei Krankheit eines Erziehers/einer Erzieherin vertritt. Auch bei Reparaturen oder Veränderungen am Bauwagen sind die Mithilfe und das Engagement der Eltern gefragt und erwünscht. Beim Organisieren und Planen von Festen und Ausflügen ist die Mithilfe gern gesehen. So können sich Eltern mit Ideen und Wünschen, sowie Vorschlägen gern mit einbringen.

Die Fahrgemeinschaften haben sich im Laufe der Zeit gebildet, sodass ein Elternteil z.B. die Kinder aus demselben Ort mit zum Kindergarten nimmt und das Elternteil des anderen Kindes die Kinder wieder abholt. Gern wird auch Wochenweise abgewechselt.

Tagesablauf:

Wir treffen uns um 8 Uhr an der Bushaltestelle Marienenthal in Artlenburg. Dort beginnen wir, wenn alle Kinder da sind mit unserem Begrüßungslied. Danach gibt es eine Zählrunde und es wird geschaut wer alles da ist oder ob jemand fehlt.  Die Kinder verabschieden sich von ihren Eltern, die sie später wieder am selben Treffpunkt abholen. Von dort aus gehen in „unseren“ Wald. Unterwegs kommen wir an einen Sandsteinberg vorbei, den die Kinder gern zum hoch und herunterlaufen benutzen, aber auch zum herunterkugeln und Springen. Schon auf dem Weg in den Wald entdecken die Kinder ganz viel. Das können kleine Steinchen sein, die unter den Kindern als Schätze und Diamanten „gehandelt“ werden. Es können aber auch die unterschiedlichsten Käfer und Insekten/Tiere sein. Im Wald angekommen (meist gegen 8.30Uhr) beginnen wir mit dem ersten gemeinsamen Frühstück. Alle Kinder packen ihre Brotdosen und Trinkflaschen, sowie ihr Sitzkissen aus ihren Rucksäcken aus.(Es wird sich auch untereinander geholfen.) Nach dem Frühstück ist eine Freispielphase, d.h. die Kinder überlegen sich mit was sie sich beschäftigen möchten. In der Regel ist das Tipi ein beliebter Ort um Rollspiele zu machen. (Oft werden auch Erlebnisse vom Vortag mit ins Rollenspiel eingebaut). Die Sandkiste wird gern zum Burgen bauen oder Kochen und Backen genutzt. Wir machen auch immer wieder Angebote mit den Kindern.

So werden z.B. Waldmandals aus Naturmaterialien gelegt oder Autos und Schiffe mit Hammer und Nagel gebaut. Ein herumliegendes Brett, wird als Sprungbrett, Rutsche oder Wippe benutzt. Die Erzieher bauen Bewegungsparcours mit Seilen auf, z.B. zum klettern und Hangeln. Es wird auch eine Waldschaukel oder die Hängematte aufgebaut.

Das zweite Frühstück wird gegen 10.30 gemacht. Wir waschen uns gemeinsam die Hände und fangen dann anschließend mit einem Tischspruch/Lied gemeinsam das Frühstück an.  Nach dem Frühstück werden spezifische Angebote von den Erziehern angeleitet. Das kann z.B. eine Entdeckertour oder das nachspielen eines Buches sein. Es werden auch gemeinsam Lieder gesungen oder auch ein Buch   vorgelesen. Die Erzieher versuchen Situationsorientiert zu arbeiten.

Gegen 11.30Uhr räumen wir die paar Spielsachen (Schaufeln, Seile, etc.) die wir benutzt haben gemeinsam ein und machen im Anschluss unseren Abschlusskreis.  Dort haben alle Kinder die Möglichkeit zu erzählen, mit was sie sich beschäftigt/gespielt haben. Es wird kein Kind gezwungen zu erzählen. Gegen 12Uhr machen sich die Waldpiraten auf den Rückweg, auf den es oft noch tolle Sachen zu entdecken gibt, und werden um 12.30Uhr wieder von ihren Eltern an der Bushaltestelle abgeholt.

Essen/Frühstück:

Beim Essen legen wir Wert auf gesunde Ernährung. So sind bei uns Süßigkeiten sowie süßer Brotaufstrich nicht erwünscht. Zum einen sollen die Kinder für eine gesunde Ernährung sensibilisiert werden, zum anderen soll so möglichst das Anlocken von Wespen und Bienen vermieden werden. Ausnahmen werden gemacht, wenn ein Kind Geburtstag hat. Dann darf auch mal ein Kuchen oder Muffins zum Verteilen mit in den Wald gebracht werden. Das erste Frühstück findet statt, sobald wir am Bauwagen sind bzw. an einem geeigneten Platz auf dem Weg zu einen unserer Plätze. Das ist meist so gegen 8.30Uhr. Die Kinder dürfen aufstehen, sobald mindestens die  Hälfte der anwesenden Kinder fertig ist mit Essen. Das zweite Frühstück findet etwa gegen 10.30Uhr statt. Wir frühstücken an dem Platz, an dem wir gerade sind. Vor dem zweiten Frühstück waschen wir uns die Hände mit einer biologisch abbaubaren Seife. Im Winter haben wir wegen der Kälte einen Suppentag. Hier bringen die Eltern in abwechselnder Reihenfolge eine warme Suppe in den Wald.

Plätze im Wald:

-          Der Bauwagen-Platz: An dieser Stelle befindet sich unserer Bauwagen, ein Tipi, eine Sandkiste und eine Anhäufung von Ästen und Zweigen,(meist als Schiff bespielt)

-          Die Sandkuhle: Bei der Sandkuhle können wir buddeln und bauen, die Hänge hinunterspringen oder hinunterrutschen etc.

-          Der Kletterbaum: Dies ist ein umgekippter Baum mit vielen Ästen. Hier klettern die Kinder mit sehr viel Freude und entwickeln tolle Spiele.

-          Die Zwergen-Eisdiele: An diesem Platz steht ein Baum , der unten hohl ist. Hier wohnen die kleinen Zwerge.

-          Der Teich mit der Scheune: Hier befindet sich auf einer Wiese ein großer Teich und eine Scheune.

Jeder diese Plätze hat seine Besonderheiten und wird in regelmäßigen Abständen von uns besucht.

 

Umwelt-/Naturerziehung:

Wir versuchen den Kindern einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit der Natur und der Umwelt zu vermitteln. Papier und Abfälle haben im Wald nichts zu suchen. Wir halten unseren Wald sauber, indem wir manchmal alle gemeinsam Müll sammeln und ihn dann fachgerecht entsorgen gehen. Wir vermitteln den Kindern, den Wald mit allen seinen Facetten, mit seiner Tier- und Pflanzenwelt mit Achtung zu begegnen. Die Kinder lernen Bäume anhand ihrer Früchte, Rinde und Blätter zu bestimmen und zu benennen. Sie lernen, welche Tiere und Insekten es bei uns im Wald gibt, wo sie leben, und was für Spuren sie hinterlassen(Fußspur,Kot,Bauten). Wir vermitteln den Kindern, dass wir keine Tiere töten oder quälen, sondern dass wir uns mit den Tieren, Insekten und Pflanzen den Lebensraum Wald teilen müssen. Wir erleben die Entwicklung in den verschiedenen Jahreszeiten und passen uns unserer Umwelt an, sei es im Verhalten oder durch entsprechende Kleidung.

Rituale:

Zu unseren Ritualen gehören regelmäßig unser Morgenkreis. Bei diesem begrüßen wir uns gemeinsam mit den Eltern an unserem Treffpunkt mit unserem Piratenlied. Anschließend wird durchgezählt, wie  viele Kinder anwesend sind und welche Kinder fehlen. Dann beginnt um 8.30Uhr das erste Frühstück, welches wir gemeinsam mit einem Tischspruch/lied beginnen. Des Weiteren gehört das zweite Frühstück dazu, welches ebenfalls gemeinsam mit einem Tischspruch gegen 10.30 oder 10.40Uhr begonnen wird. Am Ende jeden Tages bilden wir den Abschlusskreis, bevor wir zu den abholenden Eltern zurückgehen. Hier hat jedes Kind noch einmal die Möglichkeit, vom Tagesablauf, den Spielen und sonstigen Aktivitäten zu berichten. Auch kann jedes Kind erzählen, was es gut und nicht so gut fand. Dieses wird in einem Abschlussbuch festgehalten.Außerdem feiern wir jährlich wiederkehrende Feste wie Geburtstage der Kinder, Ostern, Weihnachten, Nikolaus, Laternelaufen etc. Wir kochen im Wald, so gibt es im Winter regelmäßig einen Suppentag.

Projekte/ Ausflüge:

In unserem Wald finden regelmäßig Ausflüge zu unseren Waldplätzen statt. Außerdem besuchen wir den Bauernhof, den Tierpark, die Feuerwehr oder andere interessante Orte.     Der Förster und die „Zahnfrau“ kommen uns auch einmal im Jahr im Wald besuchen. Natürlich leisten wir auch Projektarbeit, z.B. machen wir ein Waldprojekt, schauen uns an, wie jedes Kind wohnt(Ort u. Zuhause), behandeln das Thema Feuerwehr oder Themen die, für die Kinder interessant sind.

 

Fantasie & Kreativität:

Im Wald wird die Fantasie der Kinder angesprochen. Gerade dadurch, dass es im Wald kein vorgefertigtes Spielzeug gibt, wird die Fantasie der Kinder gefordert und gefördert. Die Kinder „erfinden“ sich ihr eigenes Spielzeug. Braucht ein Kind z.B. eine Angel, so wird der Stock kurzerhand zur Angel umfunktioniert. Aus einem umgekippten Baum wird schnell ein Fahrzeug wie z.B. ein Auto, Schiff etc. Tannenzapfen, Blätter und andere Gegenstände, die die Kinder im Wald finden, werden mit in ihr Spiel eingebunden.                                                                                                                                                          Beim Kaufmannsladenspiel können diese Gegenstände als Ware und Geld dienen. Die Kinder werden so zum kreativen Handeln aufgefordert, da sie sich ihr Spiel erst erfinden müssen und so Dinge umfunktionieren.                                                                                                                                                                               Gerade bei Rollenspielen werden die Fantasie und die Kreativität der Kinder benötigt. Beim Pferd spielen wird ein Pferdestall aus Werkböcken und Seilen zusammen gezimmert, beim Baustelle spielen kann ein großer Bohrer benötigt werden. (z.B. großer schwerer Ast). Ein Kind kann den Bohrer alleine nicht tragen und steht vor einem Problem. Um das Problem zu lösen muss es kreativ werden. Es entwickelt eigene unterschiedliche Lösungsstrategien, z.B. den „Bohrer“ hinter sich herziehen oder andere Kinder um Hilfe fragen. Der Wald bietet den Kindern unbegrenzte und ungeahnte Spielmöglichkeiten. Wir haben es noch nicht erlebt, dass ein Kind gesagt hat hier ist es doof und langweilig, weil es kein Spielzeug gibt. Im Gegenteil, hier lernen die Kinder sich sinnvoll selbst oder unter Anleitung zu beschäftigen. Langeweile ist für uns im Wald ein Fremdwort. Auch ältere Kinder, die durch einen Kindergartenwechsel zu uns kommen, benötigen nur sehr kurz, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Sie lassen sich schnell von der Fantasie und Kreativität der anderen Kinder beeindrucken und anstecken.

Soziales Miteinander:

Das soziale Miteinander ist für uns sehr wichtig. Wir helfen uns gegenseitig. Beim Essen kann es sein, dass ein Kind seinen Rucksack, seine Brotdose oder die Trinkflasche nicht öffnen kann. Schafft ein Kind dies nicht, so geht es zu einem Kind und fragt, ob es helfen kann. Wir achten darauf, das die Kinder sich bevorzugt erst einmal untereinander helfen und dass stets ein bitte und danke ausgesprochen wird. Die Kinder spielen meist alle zusammen und es wird darauf geachtet, dass keiner vom Spiel ausgeschlossen wird. Selbstverständlich kann es auch mal  vorkommen, dass zwei Kinder gerade alleine spielen wollen. Dann besprechen wir das mit den Kindern und geben ihnen auch die Möglichkeit. Wir weisen sie aber darauf hin, dass sie dann am nächsten Tag wieder andere mitspielen lassen müssen. Wenn ein Kind nichts mehr zu Essen hat, aber noch Hunger hat, fragt es in die Runde ob ihm Jemand noch was abgeben kann. Dies tun die Kinder dann auch meist gerne und teilen so untereinander. Dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl natürlich extrem.  Die Hilfsbereitschaft ist auch groß, beim Tragen von schweren Ästen etc. Die Größeren helfen und zeigen den Kleineren oft, wie Dinge vielleicht besser alleine zu lösen sind. Auch wenn ein Kind sich wehgetan hat wird es meist gleich von einem anderen Kind getröstet und umsorgt und zu uns gebracht. Dadurch, dass die Möglichkeit besteht, sich im Wald „großräumig“ zurückzuziehen ohne das Spiel der anderen zu stören, bauen sich nur sehr selten Aggression bei den Kindern auf. Konflikte werden untereinander geregelt, soweit es geht. Sollten die Kinder zu keiner Lösung gelangen, kommen sie zu uns und wir helfen ihnen, den Konflikt friedlich zu lösen. Gerade durch die kleine Gruppengröße, die große Hilfsbereitschaft und der freundliche  Umgangston lässt ein gutes Gemeinschaftsgefühl zu. Bei einem neuen Kind übernehmen die größeren und erfahrenen Kinder eine Art Patenschaft. Sie integrieren sie in ihr Spiel und helfen ihnen den Kindergartenalltag zu bewältigen. Auch im Abschlusskreis lernen die Kinder ein soziales Miteinander. Sie müssen Situationen aushalten und brauchen Geduld bis sie dran sind, um das erzählen zu können, worauf sie schon die ganze Zeit gewartet haben. Sie lernen auch den anderen Kindern zuzuhören und sich respektvoll den anderen gegenüber zu verhalten.

Elternarbeit:

Wir führen mit den Eltern „Tür-und Angelgespräche“ .

Wir veranstalten regelmäßig Elternabende. In Einzel Gesprächen berichten wir über Beobachtungen und Entwicklung des Kindes.

Wir informieren die Eltern durch einen Wochenbericht über das Erlebte im Wald. Feste(wie z.B. Laterne laufen) werden gemeinsam mit den Eltern gefeiert und durchgeführt.

Informationen werden über Elternbriefe weitergegeben.

Bei Märkten, Tag des offenen Waldes etc. wird gemeinsam mit den Eltern der Waldkindergarten repräsentiert.

Regeln und Grenzen:

Es gibt im Wald feste Regeln und Grenzen, die für die Kinder nachvollziehbar sind. So wissen die Kinder z.B., dass an den Haltepunkten unbedingt gewartet wird bis alle da sind, damit kein Kind „verloren“ geht. Gegessen wird im Wald außer dem mitgebrachten Frühstück nichts, weder Pilze noch Himbeeren.(Z.B. Gefahr durch Fuchsbandwurm). Der Umgangston zwischen allen sollte so freundlich wie möglich sein, ein „Bitte“ oder „Danke“ kann Türen öffnen. Die Kinder wissen, dass Konflikte friedlich gelöst werden. Sollte doch einmal einem Kind beim Spielen durch ein anderes Kind wehgetan werden,

ist es selbstverständlich, dass eine Entschuldigung fällig ist. Die Kinder sind für ihre Sachen verantwortlich und müssen darauf achten, dass sie nichts im Wald vergessen. Selbstverständlich kontrollieren wir unauffällig, dass nichts im Wald oder an unseren Halteplätzen liegen bleibt.

Motorik

Grobmotorik:

Der Wald bietet eine große Anzahl von natürlichen Bewegungsmöglichkeiten. So ist der unebene Boden (Wurzeln, Baumstümpfe usw.) eine Herausforderung. Ein Kind muss sich auf die Unebenheiten einstellen und sich ihnen anpassen. Es sammelt wichtige Erfahrungen (z.B. wie hoch muss ich mein Bein heben, damit ich über den Baumstamm/die Wurzel komme). Es schult damit sein Gleichgewichtssinn. Das Kind wird somit durch diese Unterschiede im Waldboden motorisch auf eine ganz natürliche Weise gefördert. Es bekommt die Sicherheit, sich in unwegsamen Gelände zu bewegen. Durch ein paar Seile lassen sich schnell zusätzliche Bewegungsspiele schaffen. Es kann ein Klettergerüst, ein Parcour zum Balancieren, eine Seilbahn, ein Spinnennetz, eine Schaukel oder eine Hängematte gebaut werden. Im Wald sind die Kinder immer in Bewegung. Die Bewegungs-Erfahrungen, die das Kind im Wald macht, kann es auch in ähnlichen Situationen im Alltag einsetzen.

Außerdem bietet der Wald umgekippte Baumstämme zum Balancieren und Kletterbäume zum herumklettern. Hierbei lernen die Kinder nicht nur motorische Fähigkeiten(z.B. wie komme ich am besten den Baum hoch, wo muss ich mich festhalten etc.), sondern sie machen auch auf der psychischen Ebene Erfahrungen (das Selbstbewusstsein und der Mut werden gestärkt/ich traue mir etwas zu und schaffe es auch/ ich überwinde meine Ängste und dergleichen mehr). In diesem Zusammenhang kann man auch von Psychomotorik sprechen. „Mit dem Begriff Psychomotorik wird die enge Verbindung der Körperlich.motorischen mit dem Geistigen-seelischen bezeichnet“-(Renate Zimmer)

Feinmotorik:

Beim Aufheben einer Tannennadel(dies erfolgt mit dem „Pinzettengriff“-Daumen und Zeigefinger), ist die Feinmotorik des Kindes erforderlich. Fast jeder Erwachsene schafft es ohne Probleme, eine Tannennadel vom Boden aufzuheben. Da die Feinmotorik eines Kindes noch nicht so stark ausgeprägt ist, hat es anfangs Schwierigkeiten damit. Daher kann diese leichte Aufgabe zur Herausforderung werden.                                                                                                                                                    Auch beim Spielen mit den Seilen wird die Feinmotorik gefördert.

Um ein Seil durch einen Knoten am Baum oder einem anderen Seil zu befestigen, muss das Kind einen Knoten machen können. Auch hier sind das Feingefühl und die Feinmotorik gefragt. Darüber hinaus erlernen die Kinder beim Malen und Basteln viele feinmotorische Fähigkeiten. Im Wald kann man hierzu auch Materialien des Waldes benutzen. (Tannenzapfen, Blätter, Nüsse, Eicheln und vieles mehr). Beim Malen erlernen sie die „richtige“ Stifthaltung (Pinzettengriff). Beim basteln lernen sie mit einer Schere umzugehen. Auch hier wird die Feinmotorik trainiert.

Wahrnehmung

In unserer heutigen Gesellschaft findet Kindheit immer weniger draußen statt, wir haben sie nach innen verlegt – mit weitreichenden Folgen und Konsequenzen für die Kinder. Kinder brauchen Freiräume in denen ganzheitliches Lernen möglich ist.

Kinder lernen hauptsächlich durch Sinneseindrücke, durch Hören, Sehen, Fühlen, Riechen und Schmecken, die Welt zu begreifen. Der Wald und die Natur bieten die besten Voraussetzungen zur Schulung und Sensibilisierung der Sinne: hier werden keine Riechsäckchen oder künstliche Sinnesparcours benötigt, den Kindern werden jeden Tag die verschiedensten Sinnesreize geboten.

Das Anfassen und Ertasten:

Von unterschiedlichsten Materialien angefangen bei den Blättern und Gräsern, bis hin zu morscher Baumrinde oder Zapfen ist für die Kinder ein Erlebnis.

Das Riechen:

Der Wald bietet eine Fülle von Gerüchen, die man in unseren verbauten Städten gar nicht mehr kennt oder wahrnimmt, wie z.B. den Geruch von Tannengrün, Wiesen, nasser Erde, Pilze und Blumen. Ob es nach dem Regen ist, der die Luft wieder „reinwäscht“ oder beim Blühen der unterschiedlichsten Baum und Blütenarten, die Kinder nehmen es wahr und versuchen die Gerüche zu zuordnen.

Das Beobachten und Entdecken:

Jeden Tag können die Kinder die Tiere des Waldes beobachten und ihnen dabei zusehen, wie sie ihre Nester bauen. Sie entdecken die Bauten der Tiere. Oder eine Ameise, die etwas transportiert. Es können aber auch umgestürzte Bäume oder achtlos weggeworfener Müll sein. Kinder lernen genau hinzuschauen und zu beobachten.

Das Bewegen und Toben:

Der Waldboden ist uneben und hügelig. Es kann ein umgestürzter Baum sein, den es gilt zu erklimmen oder ein kleiner Berg. Es kann aber auch einfach nur das Springen durch Pfützen sein. Der Wald bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten sich auszuprobieren und auszutoben.

Das Horchen und Lauschen:

Die Stille, die im Wald herrscht ist für viele Kinder in unserer Zeit, in der Straßenlärm und Dauerberieslung durch Fernsehen sind, eine ganz besondere Erfahrung. Im Wald kann man die unterschiedlichsten Geräusche wahrnehmen. Es kann das Pochen eines Spechtes sein, oder das Prasseln des Regens. Die Ruhe des Waldes greift auf die Kinder über und wirkt ausgleichend.

Bastelangebote:

Der Wald bietet genug anregende Materialien, sowie Kastanien, Eicheln, Baumrinde, Stöcker, Blätter etc. Die Kinder nutzen dies und setzen ihre Fantasie um. So entstehen, beispielweise Waldmandalas oder Kränze und Ketten, die die Kinder auffädeln. In der Freispielphase entstehen so auch selbstgebaute Raupenhäuser oder ein Brett wird von den Kindern zu einer Wippe, einem Sprungbrett oder einer Rutsche umfunktioniert.

Für spezifische Bastelangebote haben wir Arbeitsmaterialien wie z.B. eine Werkbank und Werkezeug, sowie Schnitzmesser. Diese Angebote/Aktivität wird von einem der Erzieher/Erzieherin angeleitet.

Für die Vorschularbeit haben wir ebenfalls Arbeitsmaterialien in Form von Scheren, Kleber, Tonpapier und den Lückkästen. Es wird z.B. die Scherenführung sowie Zahlen und Buchstaben gelernt.

Vorschularbeit:

In Hinblick auf die Schule üben wir verstärkt das Arbeiten mit Scheren, Kleber,

sowie Buntstiften und machen gezielt Mal- und Bastelangebote.                                                                                                                    Zur Vorschularbeit gehören folgende Punkte:

-          Das Üben und Lernen von Zahlen und Buchstaben

-          Das Erkennen von Farben

-          Orientierungsübungen (oben, unten, vorne, hinten etc.)

-          Konzentrationsübungen

-          Erkunden und Erforschen des Waldlebens mit Lupen und einem Ratgeber

-          Experimente

Diese Inhalte/Punkte vermitteln wir auf eine spielerische Art und Weise. Dies geschieht durch Vorschulmaterialien (z.B. Lükkästen), sowie durch die Materialen, die der Wald zu bieten hat.

Beispiel: Bei einer Konzentrationsübung setzen wir uns mit den Vorschulkindern zusammen. In der Mitte liegen verschiedene Gegenstände. Diese können gezählt werden (einzeln oder auch zusammen). Ein Kind darf einen Gegenstand wegnehmen, während die anderen Kinder die Augen geschlossen halten. Der Erzieher/ die Erzieherin oder das Kind bestimmen ein Kind, welches den fehlenden Gegenstand benennen darf. Die Vorschularbeit findet abgesondert von den jüngeren Kindern statt, das heißt, sie kann im Bauwagen oder einer ruhigen Eckes des Waldes stattfinden,

damit sich die Vorschulkinder besser konzentrieren können und nicht so schnell abgelenkt werden. Die Vorschularbeit sollte möglichst nicht länger als 30 Minuten dauern. Wir nehmen uns auch ab und zu ein einzelnes Vorschulkind heraus und machen mit diesem kleine Übungen. So können bestimmte Bereiche noch gezielter gefördert werden.