Auswirkungen der Waldkindergartenpädagogik

Zu den Auswirkungen der Waldkindergartenpädagogik gibt es inzwischen einige wenige wissenschaftliche Arbeiten (z. B. Lettieri; Grahn, Mårtensson, Lindblad, Nilsson & Ekman, 1997; Gorges, 1999).

Der tägliche Aufenthalt in der freien Natur unterstützt eine positive Entwicklung der kindlichen Motorik und Wahrnehmung in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Koordination, taktiler Wahrnehmung und Tiefensensibilität. Einer Studie zufolge sind Kinder, die einen Waldkindergarten besucht haben, auf schulische Anforderung nicht weniger gut vorbereitet als Kinder, welche einen Regelkindergarten besucht haben. Sie werden sogar etwas besser benotet (Haefner; Gorges, 1999). Kinder im Waldkindergarten haben weniger Unfälle und fallen sicherer. Da die meisten Waldkindergärten konzeptionell kein konventionelles Spielzeug mit „vorgeschriebener“ Bedeutung nutzen und die Kinder mit Naturgegenständen spielen, wirkt sich die Waldpädagogik auch auf die Sprachentwicklung unterstützend aus, weil sich die Kinder über Bedeutung von Gegenständen und das Spielgeschehen häufiger verbal austauschen. Im Waldkindergarten sind Kinder und Pädagogen generell weniger lärmbelastet als in geschlossenen Räumen. Man schließt auf einen Zusammenhang zwischen Lärmbelastung im Kindergarten und erhöhtem Stress bei Kindern und Erziehern. Festgestellt wurden auch positive Auswirkungen auf das Immunsystem von Kindern und Erziehern durch den stundenlangen Aufenthalt im Freien.

Eine weitere Auswirkung der Waldkindergartenpädagogik liegt auf einer anderen Ebene: Seit der Gründung von Waldkindergärten in Deutschland und Diskussionen und Publikationen zu diesem Thema beziehen immer mehr Kindergärten Waldtage, Waldwochen oder Waldprojekte in ihr Programm mit ein. Auf diese Weise versuchen sie, die Vorteile der Waldpädagogik zumindest zeitweise ihren Kindern zukommen zu lassen.